WIR-Projekt- Buchempfehlungen

Kinderbücher – Neuerscheinungen:

Neuerscheinungen:

Für die Krippe und die 3-jährigen:

Penguin junior: Ich bin traurig, ich bin froh; Das sind meine Gefühle. 2021

Es ist ein sehr handfestes Kinderbuch, in dem drei drehbare Emojis eingebaut sind. Sie arbeiten mit den fünf Grundemotionen (Freunde, Trauer, Wut, Überraschung und Angst)  und haben den Zustand: ruhig, entspannt, gelassen noch eingefügt. Es werden Bedingungen beschrieben, die zu Gefühlen anregen. Was fühlst Du wenn es sonnig ist? Wenn es regnet? Wie geht es Dir mit dem Essen? Was magst Du am liebsten? Wann freust Du Dich? Was empfindest du beim Tanzen, Spielen oder beim Lesen? Sehr originell ist die Frage, was die Kinder empfinden, wenn sie besondere Tier begegnen. Im Unterschied, ein niedlicher Hund oder ein grimmig aussehender Bär. Es werden viele Gefühle in Beziehung zu anderen Kindern und der Umwelt gesetzt. Ich kann dieses Buch sehr empfehlen, da es die Kinder unterstützt, die Worte zu bilden, die sie im Kontakt mit anderen brauchen.

Pädagogische Idee: Mit der Grundlage dieses Buches lassen können die Smilies auf ein großes Blatt übertragen werden. Rund und um den Smilie dürfen die Kinder noch eigene Bilder zu dem Gefühl malen. Im Konfliktfall können diese Bilder dann verwendet werden. Die Kinder und die Erziehende zeigt auf das Gefühl, das sie im Augenblick hat.

Helen Baugh, Marion Dechars: Die Knöpfchen und die Tröpfchen. Es ist ein altbekanntes Phänomen. Die Eltern sagen, dass diese oder jene schwierig sind. Man sollte ihnen aus dem Weg gehen. Das Motiv, dass Buch im Wendemodus zu beginnen und in der Mitte eine tanzende, verstehende Gemeinde zu haben, ist verständlich. Ich finde es etwas einfach. Es macht dennoch Mut den Anderen mit neuen Augen zu betrachten.

Pädagogische Idee: mit den Kindern bis zur Bildmitte zu lesen und dann sich zu überlegen, was den so anders an uns allen ist. Die Erziehende kann ja anfangen, indem sie sagt, dass sie älter als die Kinder ist. Es geht darum über sich selbst auf die Unterschiedlichkeit zu weisen. Dann können die Kinder einsteigen. In der zweiten Runde kann dann das Verbindente angeschaut werden. Auch hier fängt die*der Erziehende an. „Ich spiele genauso gerne …., wie ihr.“

Für Kinder ab 4.

Gus Gordon: Flaschenpost für Ferdinand. Bei dem Buch bin ich zwiegespalten. Ich finde die Geschichte interessant doch recht widersprüchlich. Es gibt ein Schweinchen namens Alice Bonnet, die in einer Großstadt lebt. Sie hat nur ihre Großmutter und viele Bücher. Scheinbar hat sie einen zwanghaften Zug alles zu ordnen. Sie liebt Listen, in die sie alles schreibt, was sie sich vornimmt. Ich vermute es ist eine Anspielung auf den Zwang, den manche Kinder ausgesetzt sind. Sie ist unter „Erwachsenen“ und wünscht sich ein Kind mit dem sie kommunizieren kann. Durch die Idee mit einer Flaschenpost kommt sie in Kontakt mit einem weit entfernten Jungen, der mit seinem Vater einen Leuchtturm bedient. Mit dem fernen Jungen scheint es Alice auch fertig zu bringen mit den naheliegenden Kindern in Kontakt zu kommen. Für mich ist die Geschichte schwierig, da sie zwar die unterschiedlichen Tiere miteinander in Kontakt bringt, doch sehr distanziert mit den Unterschieden und Gemeinsamkeiten umgeht. Ein Schwein ist in einer vielfältigen Gesellschaft, in der ein nicht unbedeutender Teil, Schweine als dreckig und nicht genießbar ansieht, nicht gerade die Identifikationsfigur. Ich kann mir vorstellen, dass bestimmte Kinder, die gerade sich sehr einsam fühlen auf die Idee mit der Flaschenpost kommen, doch damit entsteht keine Freundschaft, wie die unterschiedlichen „sozialen Medien“ zeigen.

Pädagogische Idee: Wer mit dem Buch arbeiten möchte, kann das Thema Einsamkeit aufgreifen. Die*der Erzieher*in kann dann eine Ideensammlung, was für Freunde wir uns wünschen machen. Dann wäre es aber gut in die Morgenkreisrunde zu schauen und festzustellen, dass hier die Kandidaten sind. Es für die Kinder keine Flaschenpost braucht.

Jessica Love: Julian feiert die Liebe. In der Originalausgabe ist der Titel, Julian auf der Hochzeit. Das würde vielleicht besser passen, klingt aber nicht so spektakulär. Julian ist mit Marisol eine Brautjungfer. Sie feiern mit den beiden Liebenden, zwei Bräute das Fest der Liebe. Beim Hochzeitmahl wird ihnen langweilig und sie verschwinden in einem zauberhaften Weidenbaum, ihr Feenschloss. Dort spielt Marisol wilde Spiele mit dem Hund und wird ziemlich dreckig. Julian gibt ihr dann sein Hemd und sie spielen Feen. Am Ende finden sie wieder zur Hochzeitsgesellschaft zurück. Was mir an dem Buch gefällt. Es ist das erste Bilderbuch in dem ein lesbisches Paar heiratet. Die Geschlechterrollen von Julian und Marisol sind untypisch und sehr sensibel dargestellt. Es ist ein Farbenrausch und die Bilder sind sinnlich gestaltet. Es ist eine freundschaftliche Begegnung, die einen gewissen Zauber hat.

Pädagogische Idee: Wenn mit diesem Buch zur Freundschaft gearbeitet werden soll, würde ich den Schwerpunkt auf den Zauber legen, der diesem Buch innewohnt. Zu überlegen, welche Hochzeiten schon erlebt wurden und wie gefeiert wurde. Was die Kinder dabei gemacht haben. Es kann auch eine Brück zu langweiligen Erwachsenenfeiern geschlagen werden und was sie Kinder dabei alles spielen. Eine weitere Idee wäre, die Liebe aufzugreifen und sich zu überlegen, was wir den alles lieben.

 Richard Jones, Perdu. Die Geschichte handelt von einem Hund, der sich völlig verloren fühlt. Das Wort „perdu“ bedeutet im französischen auch „vergessen, verloren“. Perdu entdeckt eine wunderbare und einsame Welt. Er sucht jemanden, etwas zu dem er gehören könnte. In dem Buch findet er in einem Mädchen die Person, zu der er gehören kann . Ein wunderbar gezeichnetes Buch mit dem Thema zu den Kindern sich heute immer mehr wiederfinden können. Wo gehören wir eigentlich hin?

Pädagogische Idee: Nach dem Vorlesen des Buches. Sich in Perdu hineinzuversetzen. Was entdecken wir alles hier in dem Raum. Dann schneller durch den Raum gehen, Hektik und Stress ausdrücken. Nun sucht jemanden, mit dem ihr zusammensteht. Geht wieder durch den Raum und versucht nun auch wieder ein neues Kind zu finden. Variante: das Spiel „berühr blau“. Die Kinder und Erziehende gehen durch den Raum und die Erziehende gibt die Anweisung mit was sich alle verbinden sollen. Bei blau, alles was Personen im Raum an blauen Dingen anhaben.

Nicola Edwards, Sarah Wilkins: Wir alle für unsere Erde, 2021, Das Kinderbuch ist sehr aufwendig gestaltet und zeigt die Kindersicht auf unseren Planeten Erde. Es geht um die Zukunft der Kinder und deren Handlungsmöglichkeiten. Ein Mutmachbuch im wahrsten Sinn. Der kleine und der große Blick und die Forderung an uns Erwachsene sich mit dafür zu sorgen, dass unsere Kinder und Enkel eine gerechte und gesunde Zukunft haben werden.

Pädagogischer Vorschlag: Das Buch selbst zeigt auf, was alles gemacht werden kann. Es regt an und bietet einen Reichtum an Ideen. Diese Ideen dann aufzugreifen und andere zu entwickeln wäre ein Gedanke, der mir dazu kommt. Eine weitere Möglichkeit ist aus dem Buch eine Wandzeitung zu machen und alle neue Ideen die Kinder malen zu lassen. Z.B. wenn der Papa seinen geliebten SUV gegen ein Elektroauto umtauscht.